Kategorie: Rad-Kultur

Kneipenquiz »Rädslhaftes« am 18.9.

Ein Traum wird wahr!
Für uns und für euch – denn am Dienstag, den 18.9. um 20.30 Uhr kommt endlich all eurer Wissen rund um das beste Verkehrsmittel der Welt zum tragen.
Über 3 Runden zu 8 Kategorien  könnt ihr euer Fach-, Absurd- und Nerdwissen zur Geltung bringen. Und Obacht – auch Intim-Kenntnisse zum »Ross« selbst könnten von Vorteil sein – also kommt doch gern vorher nochmal in der Werkstatt vorbei. 

Pro Team können 4 Personen teilnehmen!
Anmeldung! Per Mail, PM bei Facebook oder persönlich im Laden!

»Ross« goes »Rössl« – Gastgeber ist die wunderbare »Rösslstube« auf der Friedrichstr. 37.

Belesenes Schrauben

Trotz permanent verschmierter Finger sind wir sind auch Schöngeister und lesen sogar Bücher (, die keine Bauanleitungen sind)! 
So heißt meine aktuelle Lektüre Das Fahrrad – Eine Kulturgeschichte von H.E. Lessing. Da ist ein ganz schönes Nerd-Buch, sowohl was technische Details als auch den Anekdotenreichtum angeht. Und es finden sich einige schöne Zitate, die zeitlos das Radl preisen und seine Entwicklung nachzeichnen. 
 
So schrieb der Italiener Paolo Mantegazzo schon 1893: 
Der Radfahrsport ist der Triumph des menschlichen Gedankens über die Trägheit der Materie: Zwei Räder, welche kaum den Boden berühren, die wie auf Flügeln dich weit forttragen mit einer schwindelerregenden, trunken machenden Geschwindigkeit, ohne den grausamen Schweiß der gepeitschter Zugtiere, ohne das verhaßte Geräusch rauchender Maschinen – ein Wunder von Leichtigkeit, von Einfachheit – ein Maximum von Kraft und ein Minimum von Reibung – der Mensch, der ein Engel werden will, der aus seinem alten hellenischen Grabe erstanden ist und lebendig vor uns steht – das ist der moderne Radler. (S.40)
 
Auch sehr interessant für Auto-Mobilisten, die gern auf Radler schimpfen – dabei sollten sie dankbar sein, denn… „keine frühe technische Innovation – nicht einmal der Verbrennungsmotor – war für die Entwicklung des Automobils so wichtig, wie das Fahrrad“ (James J. Flink, S. 124).
 
Und der viel beschworene „Krieg auf den Straßen“ ist keine neue Erscheinung , sondern schon so alt, wie der Konflikt um knappen Straßenraum. So beschreibt Lessing exemplarisch einen gewaltsamen Zusammenstoß zwischen einem Kutscher und Radlern auf Long Island: … „Ein Kutscher names Jacob Heitz, der sich weigerte, mit seinem Gespann nach rechts auszuweichen, um eine Gruppe von Hundert Radfahrern vorbeizulassen. Als sie weiter klingelten, stellte er sein Gespann quer zu Straße und schaute zu, wie Männer und Frauen abstiegen und ihre Räder durchs Feld um das Hindernis schoben. Das reichte ihm aber noch nicht: Er lenkte sein Fuhrwerk brutal in die Gruppe hinein, fünf Frauen konnten sich nur durch blitzschnelle Absteigen retten. Als ein Radfahrer die Zügel eines der Pferde ergriff, zog Heitz ihm die Peitsche über den Schädel“ (S. 148).
Der Kutscher von Damals ist der SUV-Fahrer von heute? Naja, nur ohne Peitsche. 😉
 

Das Buch ist eine erhellende Lektüre, um die Ahnen eures liebsten Rosses besser kennenzulernen. 

Ausgrabungen in der »Zone«

Hui – wir standen die Tage soviel an der Werkbank und waren in der Weltgeschichte unterwegs – da blieb kaum Zeit für das überaus wichtige virtuelle Leben. Aber nun gibt’s einen kurzen Abklatsch der bewegenden letzten Wochen – in bester Reiseblogmanier. 😉

3m³ Fahrradteile
Vor einigen Wochen rief ein blond-gelockter Jüngling bei uns an (…) und meinte er hätte 3m³ Fahrradteile zusammen gesammelt, die er uns gern spenden würde, weil die aktuelle Wohnung (aka Garage) dieses »Schatzes« geräumt werden muss. Diesem Ruf folgend, machten wir uns an einem verregneten Montagmorgen auf nach Bautzen, zu unserer ersten Dienstreise, um die 3m³ zu besichtigen und zu bergen.
Gegen 10 Uhr standen wir vor den Garagentoren – mit dem Hinweis: »Den zweiten Türflügel könnt ihr erst aufmachen, wenn ihr den Kram, der dahinter klemmt, weggeräumt habt. (…).«

Archäologie für Fahrradfans

Vor uns standen also Kisten über Kisten mit allem, was der »Zonenrad«-Fan sich wünschen kann – ungefahrene Diamant-Gabeln mit Original-Preisschild (EVP: 15,65 Mark), Kisten auseinander gebauter Räder, sicher verpackt in alte Zeitungen usw. usf.

Fachsimpelei der Zonenrad-Fans
Originalverpackt, ungenutzt.

Es war ein bisschen wie Ostern. 
Wir räumten, kramten, sortierten aus – und nach ca. 3h konnte man die große Garage wieder zu 2/3 betreten, der T4-Bus war vollgeladen und waren wir soweit fertig. Leer war die Garage aber noch lange nicht.

Im »Ross« angekommen, wurde kurz drauf der erste »Pneumant Sprint«-Reifen an ein altes Kettler-Sportrad angebaut. Eine feine Form der Wiedervereinigung. Danke an Chefchen und Stefan für die grandiose Teile-Spende!

Frühlingserwachen

Der Winter in Dresden war ja kaum der Rede wert – und dennoch sind die ersten zarten Triebe der Natur immer ein kleines Wunder. So beobachteten wir neulich staunend wie die äußerst seltene Ölraupe – sie findet sich fast nur in Selbsthilfewerkstätten – ihre Fühler in der noch kühlen Frühlingssonne nach dem süßen Nektar Walzfett-Lilie ausstreckte. 

Raupus lipidius an Lilia Olea

Vom Keller in die Ecke

Gestern waren wir ausnahmsweise mal mit 4 Rädern unterwegs, um Kellerschätze aus der Werkstatt von Arbeit und Lernen e.V. zu heben. Und was es da nicht alles gab – grandios! Unsere Herzen schlugen höher und das Auto wurde schnell voll gemacht! Danke nochmal an Herrn Behnke und Jörg für die grandiose Unterstützung. 
Dann haben wir den Schrottplatz mit ausgeschlachteten Rädern „beliefert“, um danach in die Erstaufnahme-Einrichtung auf der Hamburger zu fahren und dort noch ein paar Räder wieder ans Licht der Welt zu zerren. 
Jetzt können wir eine ganze Menge (Werkzeug-)Wünsche von unsere langen Liste streichen. Sehr scheen!