Kategorie: Rad-Kultur

Geschenke – Schrauben

Für Familien, Upcycling-Freunde und Radl-Nerds.
Freitag, 7.12. von 14 – 18 Uhr! // Friday, 7th of Decembre, 2 – 6 p.m.

Wir bauen aus alten, kaputten Fahrradteilen kleine, schöne und  manchmal auch nützliche Geschenke. 
Kerzenständer, Tee-Stövchen, Fensterbilder, Gürtel und was euch sonst so einfällt. Bringt gern eure Ideen und Materialien mit. 
Kostenfrei & ohne Anmeldung!

For Families, Upcycling-Aficionad@s and Bike nerds
We using old, broken bike parts for creating small, nice and even sometimes useful presents, e.g. candleholders, teapot warmers, belts, window pics and what’s coming into our minds. If you want bring your own materials and ideas.
Free & an without pre-reg!

Enträdslt – Auswertung des Kneipenquiz

Zwar ist’s schon etwas her – aber die Erinnerung daran zaubert immer noch ein Grinsen in unsere Gesichter: Die »Rösslstube« war rappelvoll zum fahrradbezogen Kneipenquiz Mitte September. Sieben grandiose Teams durchstreiften mit uns nützliches und nutzloses Fahrradwissen, wurden zum wilden Spekulieren und Finden kreativer Lösungen genötigt. So antwortete »Das Radler« auf die Frage nach dem diesjährigen Tour-de-France-Sieger: »Bayer, Schering, BASF.« und bekam dafür auch prompt einen Punkt zugesprochen. Eine ähnlich gesellschaftskritische Antwort kam auf die Fragen nach der Höhe des Preisgeld für das Frauen-Rennen »La Course«: Ein Gutschein für’s Decathlon…

In 3 Runden wurden über mehr als 3 Stunden bis tief in die Nacht gespielt. Schon nach der ersten Runde kristallierte sich das Ausreißerteam »Rad up!« heraus. Es wurde zwar immer wieder von den Teams »Kurbelklopfklotz«, »Wilde Heide« und »Kommado Jan Ullrich« attackiert, konnte sich aber sowohl alle Runden- und als den Gesamtsieg sichern.

Für jeden Rundensieg kredenzte der Barmann der »Rösslstube« für alle Teammitglieder Cocktails. Interessanterweise wurde die Punktausbeute fast aller Teams mit jeder Runde niedriger – ob’s wohl am Alkohol lag?
Entgegen aller Unkenrufe waren die Teams im Bereich »Recht« besonders treffsicher. So wussten fast alle genau zu sagen, wann ein Rad StVzO-gerecht ist und immerhin 4 von 7 Teams kannten die Promille-Grenze für Radler (1,6). Das die Handynutzung auf dem Rad teurer ist als Falschparken auf dem Radweg – wussten alle… 

Lustig war’s, lehrreich sowieso – und der Bitte nach einer zweiten Auflage kommen wir – so alles gut läuft – Anfang des nächsten Jahres nach.

Quiz verpasst? Kein Problem – Hier gibt’s alle Unterlagen zum Nachspielen oder Weiterbilden!
Bei Fragen sprecht uns gern an!

 

Umtriebige Rösser in Feierlaune

Ab und zu wollen wir auch ausreiten – und unsere schönen Rostlauben stolz auf der Straße präsentieren. Und so haben wir in den letzten Wochen jede Menge Gelegenheiten wahrgenommen, um unsere wunderbare Werkstatt bekannter zu machen, für eine bessere Welt zu radeln oder einfach nur zu feiern.

Los ging’s mit dem Markt der Utopien vom Umundu-Festival. Hier waren wir mit mobiler Werkstatt, Fahrradkino und fahrradbetriebenen Smoothie-Mixer samt containertem Obst am Start. Leider haben wir da keine Fotos gemacht – passiert ist es trotzdem. 😉
Das Umundu-Festvial hat dieses Jahr den feinen Titel »Utopie« und beginnt am 28.9. mit einem Symposium zum Thema um sich dann vom 1.-6.10. in eine wunder-volle Festival-Woche zu ergießen. Hingehen lohnt… träumen muss ja ooch gemacht werden.

Mit nur kurzer Pause radelten wir dann am 31.8. bei der 2. Dresdner Radnacht mit – mit xzy-Lastenrad, Foodsharing-Kisten, schicken Schürzen und 20 super-entspannten Radkilometern durch die Stadt.
Meine schönsten Momente: Große Lücke im Korso, ich ruf den Leuten vom ImNu-Kurierkollektiv zu – „Fahrt schneller!“… und was macht ein Fahrradkurier, wenn du ihm „Schneller!“ zurufst? Er fährt schneller! 😀 Und die Erkenntnis – eigentlich brauche ich keine Fahrradwege – ein freie Straße reicht mir vollkommen. 

Und zu guter Letzt: Ein wunderbares Friedrichstadt-Fest! Mit Fahrradkino, Lastenrad-Probefahren und jede Menge anderer toller Stände. Vor allem ist mal wieder aufgefallen, wie anstrengend das ist einen Fernseher zu betreiben – wenn man wirklich immer selbst Radeln müsste, um den benötigten Strom bereitzustellen, wären Kino-Abend zuhause allein nur für sehr sportliche Menschen was. Das genutzte Fahrradkino der Pedalfaktur braucht wenigstens 100 Watt, damit der Akku geladen wird und auch mal ’ne kurze Keks-Pause eingelegt werden kann, ohne dass der Monitor schwarz wird. Da bekommt der Director’s Cut von Herr der Ringe gleich noch eine ganz andere Herausforderung.

Kneipenquiz »Rädslhaftes« am 18.9.

Ein Traum wird wahr!
Für uns und für euch – denn am Dienstag, den 18.9. um 20.30 Uhr kommt endlich all eurer Wissen rund um das beste Verkehrsmittel der Welt zum tragen.
Über 3 Runden zu 8 Kategorien  könnt ihr euer Fach-, Absurd- und Nerdwissen zur Geltung bringen. Und Obacht – auch Intim-Kenntnisse zum »Ross« selbst könnten von Vorteil sein – also kommt doch gern vorher nochmal in der Werkstatt vorbei. 

Pro Team können 4 Personen teilnehmen!
Anmeldung! Per Mail, PM bei Facebook oder persönlich im Laden!

»Ross« goes »Rössl« – Gastgeber ist die wunderbare »Rösslstube« auf der Friedrichstr. 37.

Belesenes Schrauben

Trotz permanent verschmierter Finger sind wir sind auch Schöngeister und lesen sogar Bücher (, die keine Bauanleitungen sind)! 
So heißt meine aktuelle Lektüre Das Fahrrad – Eine Kulturgeschichte von H.E. Lessing. Da ist ein ganz schönes Nerd-Buch, sowohl was technische Details als auch den Anekdotenreichtum angeht. Und es finden sich einige schöne Zitate, die zeitlos das Radl preisen und seine Entwicklung nachzeichnen. 
 
So schrieb der Italiener Paolo Mantegazzo schon 1893: 
Der Radfahrsport ist der Triumph des menschlichen Gedankens über die Trägheit der Materie: Zwei Räder, welche kaum den Boden berühren, die wie auf Flügeln dich weit forttragen mit einer schwindelerregenden, trunken machenden Geschwindigkeit, ohne den grausamen Schweiß der gepeitschter Zugtiere, ohne das verhaßte Geräusch rauchender Maschinen – ein Wunder von Leichtigkeit, von Einfachheit – ein Maximum von Kraft und ein Minimum von Reibung – der Mensch, der ein Engel werden will, der aus seinem alten hellenischen Grabe erstanden ist und lebendig vor uns steht – das ist der moderne Radler. (S.40)
 
Auch sehr interessant für Auto-Mobilisten, die gern auf Radler schimpfen – dabei sollten sie dankbar sein, denn… „keine frühe technische Innovation – nicht einmal der Verbrennungsmotor – war für die Entwicklung des Automobils so wichtig, wie das Fahrrad“ (James J. Flink, S. 124).
 
Und der viel beschworene „Krieg auf den Straßen“ ist keine neue Erscheinung , sondern schon so alt, wie der Konflikt um knappen Straßenraum. So beschreibt Lessing exemplarisch einen gewaltsamen Zusammenstoß zwischen einem Kutscher und Radlern auf Long Island: … „Ein Kutscher names Jacob Heitz, der sich weigerte, mit seinem Gespann nach rechts auszuweichen, um eine Gruppe von Hundert Radfahrern vorbeizulassen. Als sie weiter klingelten, stellte er sein Gespann quer zu Straße und schaute zu, wie Männer und Frauen abstiegen und ihre Räder durchs Feld um das Hindernis schoben. Das reichte ihm aber noch nicht: Er lenkte sein Fuhrwerk brutal in die Gruppe hinein, fünf Frauen konnten sich nur durch blitzschnelle Absteigen retten. Als ein Radfahrer die Zügel eines der Pferde ergriff, zog Heitz ihm die Peitsche über den Schädel“ (S. 148).
Der Kutscher von Damals ist der SUV-Fahrer von heute? Naja, nur ohne Peitsche. 😉
 

Das Buch ist eine erhellende Lektüre, um die Ahnen eures liebsten Rosses besser kennenzulernen. 

Ausgrabungen in der »Zone«

Hui – wir standen die Tage soviel an der Werkbank und waren in der Weltgeschichte unterwegs – da blieb kaum Zeit für das überaus wichtige virtuelle Leben. Aber nun gibt’s einen kurzen Abklatsch der bewegenden letzten Wochen – in bester Reiseblogmanier. 😉

3m³ Fahrradteile
Vor einigen Wochen rief ein blond-gelockter Jüngling bei uns an (…) und meinte er hätte 3m³ Fahrradteile zusammen gesammelt, die er uns gern spenden würde, weil die aktuelle Wohnung (aka Garage) dieses »Schatzes« geräumt werden muss. Diesem Ruf folgend, machten wir uns an einem verregneten Montagmorgen auf nach Bautzen, zu unserer ersten Dienstreise, um die 3m³ zu besichtigen und zu bergen.
Gegen 10 Uhr standen wir vor den Garagentoren – mit dem Hinweis: »Den zweiten Türflügel könnt ihr erst aufmachen, wenn ihr den Kram, der dahinter klemmt, weggeräumt habt. (…).«

Archäologie für Fahrradfans

Vor uns standen also Kisten über Kisten mit allem, was der »Zonenrad«-Fan sich wünschen kann – ungefahrene Diamant-Gabeln mit Original-Preisschild (EVP: 15,65 Mark), Kisten auseinander gebauter Räder, sicher verpackt in alte Zeitungen usw. usf.

Fachsimpelei der Zonenrad-Fans
Originalverpackt, ungenutzt.

Es war ein bisschen wie Ostern. 
Wir räumten, kramten, sortierten aus – und nach ca. 3h konnte man die große Garage wieder zu 2/3 betreten, der T4-Bus war vollgeladen und waren wir soweit fertig. Leer war die Garage aber noch lange nicht.

Im »Ross« angekommen, wurde kurz drauf der erste »Pneumant Sprint«-Reifen an ein altes Kettler-Sportrad angebaut. Eine feine Form der Wiedervereinigung. Danke an Chefchen und Stefan für die grandiose Teile-Spende!

Frühlingserwachen

Der Winter in Dresden war ja kaum der Rede wert – und dennoch sind die ersten zarten Triebe der Natur immer ein kleines Wunder. So beobachteten wir neulich staunend wie die äußerst seltene Ölraupe – sie findet sich fast nur in Selbsthilfewerkstätten – ihre Fühler in der noch kühlen Frühlingssonne nach dem süßen Nektar Walzfett-Lilie ausstreckte. 

Raupus lipidius an Lilia Olea

Vom Keller in die Ecke

Gestern waren wir ausnahmsweise mal mit 4 Rädern unterwegs, um Kellerschätze aus der Werkstatt von Arbeit und Lernen e.V. zu heben. Und was es da nicht alles gab – grandios! Unsere Herzen schlugen höher und das Auto wurde schnell voll gemacht! Danke nochmal an Herrn Behnke und Jörg für die grandiose Unterstützung. 
Dann haben wir den Schrottplatz mit ausgeschlachteten Rädern „beliefert“, um danach in die Erstaufnahme-Einrichtung auf der Hamburger zu fahren und dort noch ein paar Räder wieder ans Licht der Welt zu zerren. 
Jetzt können wir eine ganze Menge (Werkzeug-)Wünsche von unsere langen Liste streichen. Sehr scheen!